Bildungsschleife Deutschland

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Ist unser Schulsystem veraltet? Welche Chancen bestehen für Schulabgänger heute und in 20 Jahren?

Der veraltete Grundsatz – Ausbildung-Erwerbsleben-Ruhestand weicht Flexibilität-Mobilität- und Beschäftigungsfähigkeit. Denn heute gibt es viele Quereinsteiger, die durch glückliche Zufälle den Beruf wechseln und hinterher auch wirklich glücklicher sind. Darin besteht die Chance der Zukunft. Denn längst gibt es nicht mehr für jeden Arbeit, oder die, die er sich wünscht.

Auch die Möglichkeit der unbezahlten Praktika ist immer mehr dem Respekt gewichen, auch Praktikanten zu entlohnen. So kann schnell im Praktikum bereits festgestellt werden, ob die eingeschlagene Jobschiene auch die Richtige ist.

Das Problem liegt dennoch in der Wirtschaftskrise: Viele alte Menschen, weniger junge Mitbürger. Das Thema „Kind“ ist zum Projekt geworden. Kosten, Nervenkostüme wie Drahtseile – das hat nicht jeder. Da wird mit Systemen der Elternzeit und Kindertagesstätten geworben, um Job und Beruf zu vereinen. Mit wenig Überzeugung. Chancengleichheit besteht nicht. Denn Kinder aus sozial schwachen Familien und elterlichem Einkommen an der Armutsgrenze landen später in Hartz-IV oder in unterbezahlten 400-€-Jobs. Denn kann eine einkommensschwache Familie ihren Kinder einen Studienplatz sichern oder eine schulische Ausbildung? Einen Fortbildungsplatz an einer Akademie? Auch das soziale Leben in den Familien bietet den Kindern nicht immer Möglichkeiten, sich zu etablieren. Der Philosoph und Autor Richard David Precht sagt:“ Es gibt Menschen, die sind dazu gemacht Eltern zu sein, andere nicht.“

Die Schule bietet nicht mehr die angepassten Möglichkeiten, um sich in der Berufswelt zurecht zu finden. Denn hier zählen später Können, Kreativität, Engagement und Sozialverhalten. Das wird in den üblichen Bildungspalästen aber keineswegs geboten. Dort werden Kinder verschiedener Schichten zusammengewürfelt und  sich dann darum gekümmert, wer als erstes vor der Tür landet oder es wird über andere Lehrer oder Schüler hergezogen.

 

Martina Zimmermann