Deutschland baut Staatsverschuldung ab

Die deutsche Staatsverschuldung wurde von den meisten deutschen Bürgern immer sehr skeptisch betrachtet. Spätestens mit der Finanz- und Wirtschaftskrise war die gesamte Verschuldung des Landes auf über 2 Billionen Euro angestiegen und es war keine Besserung in Sicht. Nun ist es erstmals seit 1950 wieder gelungen die Verschuldung der Bundesrepublik bei den Gläubigern zu reduzieren – und es gibt einen positiven Trend für die Zukunft.

Bildquellenangabe: Jorma Bork / pixelio.de
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Der Abbau der deutschen Staatsverschuldung

Zwar handelt es sich nur um einen Betrag von 30,3 Milliarden Euro, der nun von der Schuldenuhr getilgt werden kann, dafür ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung. In den letzten Jahren hat sich die Verschuldung von Deutschland im In- und Ausland beinahe verdoppelt, was sogar in der stärksten Wirtschaftsmacht Europas durch viele Stellen kritisch gesehen wurde. Man hatte sich noch nicht dem Niveau von Griechenland, Italien oder Spanien angenähert, allerdings war eine Tendenz vorhanden. Dass dieser kritische Blick nicht komplett gerechtfertigt war, zeigt nun der kleine Abbau der Schulden.
Dabei sind es vor allem die Altlasten aus der Bankenkrise, die nun dabei helfen, die Verschuldung von Deutschland ein Stück zu verringern. Die toxischen Papiere aus den Badbanks, die die Bilanzen der Banken erleichtern sollten, werden teilweise wieder auf den Märkten gehandelt und können daher an Investoren verkauft werden. Damit sinkt die allgemeine Verschuldung, da die entsprechenden Aktien und Fonds als Verlust und somit als Schulden der Bundesrepublik Bestand haben.

Positiver Trend für die Zukunft

Gerade unter diesem Aspekt sehen Ökonomen eine hohe Chance dafür, dass die Verschuldung auch in den nächsten Monaten und Jahren weiter abgetragen werden kann. Kommt es nicht zu einer erneuten Finanzkrise an den Aktienmärkten, können die – bis in den 3-stelligen Milliardenbereich – gelisteten Schulden wieder an die Märkte gebracht werden. Somit würde man die Badbanks und ihre Portfolios in den nächsten Jahren Stück für Stück auflösen können.
Aber auch die Entspannung in der europäischen Währungskrise gibt eine positive Tendenz für die kommenden Pläne zur Verschuldung. Momentan scheint frisches Kapital nicht notwendig zu sein und Hilfspakete sind momentan nicht nötig. Betrachtet man einmal die genauen Pläne für die Einsparungen innerhalb der Regierung, freut es vor allem den Finanzminister Schäuble, dass die Kommunen und der Bund weniger Schulden machen müssen. Bis die Verschuldung endgültig wieder in einem unkritischen Rahmen ist, wird es noch einige Jahre dauern. Ein kurzer Abbau der Schulden in Verbindung mit sehr niedrigen Zinsen in Europa ist allerdings ein erster Schritt in die richtige Richtung.