IG Metall fordert Mailverbot nach Feierabend

© Oakozhan - Fotolia.com
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Psychosomatische Erkrankungen wie Burnout, Tinnitus mit Hörstürzen und Depressionen aufgrund von beruflicher Überlastung nehmen immer mehr zu. Die Krankenkassen und viele Politiker haben sich über diesen Trend bereits mehrfach besorgt geäußert. Vor allen Dingen in den Büros greifen diese früher als Managerkrankheit bezeichneten Störungen um sich. Während man den Burnout vor ein paar Jahren noch als Modeerscheinung abtat und belächelte, lächelt heutzutage niemand mehr. Das tun insbesondere weder die Betroffenen selbst, noch tun es ihre behandelnden Ärzte in den Praxen und Rehaeinrichtungen. Irgendwann muss Schluss sein mit der Arbeit und der Berufstätige muss den Feierabend, das Wochenende und den Urlaub ungestört genießen können.

Konkrete Forderungen der IG Metall

Die Gewerkschaft IG Metall hat im Zuge dieser besorgniserregenden Entwicklungen nun konkrete Forderungen gestellt. Sie verlangt ein Mailverbot nach Feierabend, um Arbeitnehmer konsequent vor Freizeitarbeit und vor unverhältnismäßigen Überstunden zu schützen. Was der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, von der neuen Bundesregierung ganz konkret fordert, ist eine von Firmen-Mails und SMS unbehelligte Freizeit. Mit dieser Auffassung steht die IG Metall ganz bestimmt nicht alleine da, denn die Zahlen der Neuerkrankungen aufgrund von beruflicher Überlastung sprechen eine sehr deutliche Sprache. Büroarbeit kann, wenn sie nicht auf ein vernünftiges und berechenbares Maß heruntergeschraubt wird, krank machen. Es sind dabei ganz bestimmt nicht die weniger eifrigen Mitarbeiter, die der ständige Stress zu Patienten werden lässt. Denn gerade die Mitarbeiter, die sehr fleißig sind und sich für ihre Firma einsetzen, laufen Gefahr, durch übermäßigen Stress chronisch zu erkranken.