Inflation frisst Vermögen auf

© arahan - Fotolia.com
© arahan – Fotolia.com

Die Aussage ,,Inflation frisst Vermögen auf“ mag auf den ersten Blick vielleicht verwundern, wenn man hochglänzende Prospekte aufschlägt und dort Waschmaschinen, Laptops oder Fernseher für unter dreihundert Euro entdeckt. Besonders da zeitgleich Mindestlöhne für alle Branchen im Gespräch sind und von Seiten der Wirtschaft versichert wird, dass die Gehälter sich insgesamt auf einem stabilen Level befinden. Wie kann in diesem Fall das Vermögen Schaden tragen? Schließlich bedeutet „Inflation“ doch, dass die Kaufkraft gesunken ist.

Und genau das ist trotz solcher Augenwischer der Fall. Wir haben also faktisch gesehen eine wesentlich höhere gefühlte Inflation bzw. Inflationsrate.

Wo liegen dann aber die Ursachen für die Inflation?

Der Grund in der Inflation liegt zum einen darin, dass die Löhne im Allgemeinen zwar nicht niedriger geworden, die Lebenshaltungskosten dafür jedoch gestiegen sind. Denn im Gegensatz zu beispielsweise Elektroartikeln oder Möbeln, die nur phasenweise – sprich vom einzelnen eher selten – konsumiert werden, greifen täglich benötigte Güter wie Lebensmittel oder Energiekosten das Portemonnaie spürbar an. Das gilt speziell in Fällen, in denen die eigenen Lebensgewohnheiten vom ermittelten Durchschnitt abweichen; wie bei einer auf frische Produkte abgestimmten Ernährung. Dadurch sinkt im Endeffekt das reale Einkommen.
Die Verteuerung dieser Produkte selbst ist ein globales Phänomen. Rohstoffe, Energie und landwirtschaftliche Erzeugnisse werden teurer, weil die Wirtschaft weltweit wächst. Reiche Länder kaufen und bauen in immer größeren Dimensionen und die Schwellenländer streben danach, ihren Lebensstandard ihren reichen Nachbarn anzupassen.
Zum anderen resultiert die Diskrepanz aus dem aktuell niedrigen Zinsniveau. Während ein gewöhnliches Tagesgeldkonto Zinsen in Höhe von etwa 0,3 Prozent abwirft, bewegt sich die Inflationsrate bei deutlich über 1 Prozent. Rein mathematisch geht dies immer mit einem Verlust einher. Und nicht nur zeitnah; die Entwicklung beeinflusst ebenso die Altersvorsorge.

Wie kann man der Inflation entgegenwirken?

Eine Möglichkeit das private Vermögen vor der Inflation zu schützen ist sicher, höhere Kapitalerträge zu erwirtschaften. Sprich Erträge, die über der Inflationsrate liegen. Mittels Aktien, Anleihen und vergleichbarer Investments lässt sich das realistisch betrachtet auch bewerkstelligen gegen der Inflation anzukämpfen, allerdings bergen derartige Anlagen ein merklich gesteigertes Risiko. Hier heißt es individuell abwägen und kalkulieren.
Des Weiteren sollte das Vermögen in wertstabile Bereiche fließen. Ganz vorne stehen dabei Gold und Immobilien, denn beide profitieren eher noch von einer Inflation als dass sie unter ihr an Rentabilität verlieren.
Zuletzt muss der Blick unbedingt in die Zukunft gehen. Wer jetzt spart und an eine zusätzliche Altersvorsorge denkt, wird später mit weniger finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Außerdem bringt das meist zusätzliche Steuervorteile mit sich.
Drei gute Varianten. Die goldene Erfolgsformel, um der Inflation aus dem Weg zu gehen existiert aber leider nicht. Falls überhaupt, so kann man jedem Anleger bloß raten, sein Vermögen effektiv zu splitten und breit gefächert Investitionen zu tätigen.