Müllberg Arbeitsamt

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Haben Sie schon einmal über das Arbeitsamt einen Job gefunden? Warum würden mir da nur über 70% mit NEIN antworten? Weil das Amt Arbeitslosigkeit verwaltet, während es vom Steuerzahler den Lohn erhält. Allein dafür sollte der komplette Dank sein, Arbeitsuchenden oder Umschülern sowie denen die einen besser bezahlten Job suchen, Arbeit zu verschaffen. Hier wird aber lieber hinterrücks für den Staat in den Methoden, die hinter den Kulissen aus getüfelt wurden ( Sendung: Helena Fürst, RTL), gearbeitet: Gelder kürzen, neue Ausreden erfinden, die Arbeitsuchenden beschimpfen, Drogensucht vorwerfen, Anzeigen, Anschwärzungen, Verdonnerung zu Sozialstunden oder Lachstunden mit der Kripo und natürlich wird auch die Statistik geschont. Wie? Indem die Jobsuchenden in sinnlose Maßnahmen oder Euro-Jobs gesteckt werden. Gerade in letzteren werden sie bemitleidet, sind trotzdem froh über den Zuverdienst. Allerdings dient das ganze Thema nur dazu, Arbeitslosenzahlen rosa auf zu hübschen. Am besten noch mit Schleifchen. Wer in Maßnahme oder Klatsch-Job mitmacht, fällt nicht in die Arbeitslosigkeit. Toll für den Arbeitslosen, Pech für die falsche Statistik. Die Maßnahmen sind ohnehin für die gemacht, die eben noch nicht hundert Prozent Deutsch sprechen. Was gut ist für Kursleiter, die dann auch die falschen Worte wählen und von „Scheiß Bewerbungskram“ sprechen – denn: Es versteht ja keiner. Hier ein Migrant, da ein Kopftuch. Alle nett und auf Jobsuche. Und in einer Maßnahme genauso falsch aufgehoben wie jeder Einheimische des deutschen Staates mit gültigem Pass oder Personalausweis.

Viele Deutsche flüchten nach Mallorca, um ein halbes Jahr unter der Sonne als Bäcker Brötchen aufzubacken. Das macht mehr Spaß, als neben einer verglasten Front in einem Raum zu sitzen, der so trist ist wie der Novemberhimmel vor der Türe. Die einzige Erleuchtung ist der Schriftzug des orthopädischen Schuhgeschäftes gegenüber, in welchem sich die Mitarbeiter auch nur die Beine in den Bauch stehen. Die sind aber auch nicht auf Jobsuche.

Somit, nehmen Sie in der Not selbst den Zimmermädchenjob an. Denn es gibt nichts besseres, als dem roten A zu trotzen. Denn Agenturen sind etwas anderes.

Martina Zimmermann, Texterin