Warum der Schulabschluss Menschen trennt

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Mit dem I-Tüpfelchen im Gedanken und dem Willen zu lernen, schreiten wir in die Schule. Gerademal die Wundertüte ausgepackt, entdecken wir im Klassenraum vor dem Lehrer, dass Schule kein Wunder ist, sondern ein nerviger Platz, den das Gesetz ab dem 6. Oder 7. Lebensjahr, je nachdem, wann wir denn Geburtstag haben, vorschreibt. Vor kurzem schluderten wir im Kindergarten, weil wir die Weihnachtsplätzchen mit Oma für den Ohrenlauscher backten und nun sollen wir rechnen, lesen und schreiben lernen. Der Ernst des Lebens beginnt mit einem täglichen Termin: Schule. Wir haben keine Lust, aber später sind wir froh, doch alles zu können und dann auch noch einiges mehr zu wissen.Denn, was viele vergessen wie die Rente im Alter neben Flatterfleisch, ist der Schulabschluss. Was wir gelernt haben oder welche Noten wir hatten, sprich die Anforderung eines Abschlusszeugnisses interessiert nur, wenn wir uns für eine Ausbildungsstelle bewerben oder um die die Arbeitsstelle kurz danach. Fakt ist: Später ist relevant, welchen Schulabschluss wir haben. Denn der schließt von genauso vielem aus, wie er auch ermöglicht. Er trennt die Menschen in Sparten und Klassen wie die Passagiere auf der Titanic. Nur, dass wir hinterher nicht alle im Nordatlantik rumschwimmen. Mit einem Hauptschulabschluss erreichen wir die Volksschule am Ende mit 9 Jahren Schulerlebnis und lernen das, was keiner machen will und erhalten vielleicht 8, 9 Euro die Stunde. Fazit: Viele Frauen, deren Männer in Fabriken schuften, gehen selbst noch hinter die Fleischtheke oder steuern ein Taxi, weil der Verdienst vom Mann nicht ausreicht und Verluste einfährt. Erreichen wir den mittleren Bildungsabschluss, sprich Realschule, sieht es anders aus. Wir können das lernen, was uns nicht peinlich ist, bei der Job-Frage und verdienen auch zum Teil über der 10-Euro-Grenze, je nachdem wo wir denn so jobben (auch da ist die Referenz die Frage den Job zu bekommen). Das Abitur allerdings führt den Weg nach oben, ins Studium und in die Verdienstsparte, die auch wirklich Verdienst ist. Mit viel Glück, Talent, Weiterbildung und Fortbildung und Ausbildung sowie Referenzen können wir es aber auch ohne Abitur in besseres Sparten schaffen. Denn Joschka Fischer war auch Taxifahrer. Er fuhr bis in den Bundestag. Aber zu all dem gehört es zu lernen, wenn andere Party machen oder unterm Weihnachtsbaum sitzen. Das Gute wird sich später auszahlen.

Textarbeit mit Herz