Workaholic hoch im Kurs

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Arbeiten bis zum umfallen. Das hat schon viele in den Burnout getrieben. Auch der Wunsch, alles gleichzeitig und perfekt machen zu wollen. Ich höre oft von Kollegen, die mindestens 12 Stunden am Tag arbeiten und das auch noch am Wochenende und Feiertags. Ohne Ruhepause oder Freizeit. Hier könnte ich natürlich unzählige Hinweise auf Ratgeber nennen, aber was bringt es mitten im Leben, wo der Alltag doch immer wieder anders läuft?

Oft wird angepriesen, sich eine Liste zu machen und Ruhepausen zu gönnen. Arbeitszeit einzuhalten und in Ruhe auf einem sortierten Schreibtisch oder am geregelten Arbeitsort alles super zu koordinieren. Wo funktioniert das? In unseren Träumen. Wenn wir aufwachen, sieht es anders aus. Gerne auch auf dem chaotischen Schreibarbeitsplatz, auf dem sich das Chaos wie ein großes Smiley wiederfindet.
Zu guter Letzt gehören zu dem ganzen Stress auch noch unfreundliche Kunden, genervte Kollegen oder Chefs, denen nicht alles schnell genug geht – und natürlich der Haushalt oder die Familie, die auch noch ihre Ansprüche nach Feierabend anmeldet. Nicht nur die Väter, auch die Mütter hätten gern den Rücken frei gehalten. Aber das ist oft nicht drin, denn für Speis und Trank ist nach altmodischer Art immer noch die Frau im Haus zuständig. Und der unvergütete Job der Hausfrau, der Alleskönnerin, wird zu oft übersehen oder nicht gewürdigt. Man denke daher an die Aufsehen erregende Werbung in der die Schaupielerin Katja Weitzenböck ein „erfolgreiches, kleines Familienunternehmen“ managt. Dazu wäre einfach gesagt, dass man nur wissen muss, wie man sich ausdrückt, um in der heutigen Gesellschaft anerkannt zu werden.
In jedem Job gilt somit: Planung und Ruhe kann man lernen. Aber muss man nicht auch dafür geboren sein? Lassen Sie es auf sich zukommen. Tagtäglich.
Martina Zimmermann, Texterin